Lese-Ecke

Zeit für einen Pausen-Snack! Hier stellt Anke Weber immer etwas

Lesefutter zur Verfügung. Viel Vergnügen wünscht die Autorin.

 

#lesecke #visiblewriters #ankeweber

Zum Schulstart schenke ich allen Schulanfängern eine Geschichte –

andere Kinder dürfen natürlich auch gerne lesen.

 

Jelle und das Herzhörnchen

 

Jelles Eltern spinnen. Kurz vor der Einschulung sind sie mit ihm aufs Land gezogen. Geht es noch schlimmer? Jelle ist ziemlich verzweifelt und fängt sogar schon an, mit einem Eichhörnchen zu reden. Aber dann lernt er am Teich Lina kennen. Und plötzlich ist es gar nicht mehr so schlimm auf dem Land. 

 

 

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Zum Welttag des Buches verschenke

ich eine Geschichte für Kinder im

Grundschulalter.

 

Naima und die Kraftgedanken

 

Naima hat es nicht leicht in der Schule.

Sie ist jünger als ihre Mitschüler und immer wird sie ausgelacht, wenn sie etwas

anders macht. Doch eines Tages findet 

Naima mit ihrem Freund Ben ein Amulett.

Und plötzlich ist alles anders.

Hat das Amulett Zauberkraft? 

 

 

 

 

 

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Wahre Abenteuer brauchen keine Wunder

von Anke Weber

Verborgen unter einem duftenden Fliederbusch lag die kleine Werkstatt. Dort saß Jola im Schneidersitz auf der Hobelbank und malte mit dem Finger Muster in die Sägespäne. Währenddessen wünschte sie sich von Herzen, dass an diesem Tag etwas Großartiges passieren würde. Möglichst ein Wunder.

 

Jolas Opa sägte und schnitzte. Er hatte Jola eine Holzfigur versprochen. Zum Trost. Denn Jola war ein bisschen traurig. So genau wusste sie nicht warum. Aber so ist es eben manchmal. Und dann ist es gut, einen Opa zu haben, der Tröster-Figuren schnitzt. Oder eine Oma, die Waffeln backen kann. Oder einen Freund. Jola hatte alles. Und in eben diesem Moment kletterte ihr Freund Lon die kleine Stiege empor. Lon war nass, denn draußen regnete es. Aber noch nasser als Lon war sein Hund Tokko, der Jola groß wie ein Bär erschien und dazu sehr ungestüm war. Immer, wenn er irgendwo auftauchte, passierte etwas. So war es auch dieses Mal. Jolas Opa hatte soeben die Holzfigur fertig geschnitzt. Eine Fee mit Flügeln, die frech in die Welt blickte. Jolas Trübsinn verschwand. Sie umschloss die Fee mit den Fingern, umarmte ihren Opa und hüpfte von der Werkbank.

 

Sofort sprang Tokko an ihr hoch. Vor Schreck ließ Jola die Fee fallen. Tokko schnappte sich die Figur und rannte mit seiner Beute hinaus ...  Zum Weiterlesen PDF-Download klicken.

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Aufgeregte Herzen

von Anke Weber

In der Windschutzscheibe brach sich die Morgensonne. An mir vorbei gingen knapp hundert aufgeregte Herzen. Zögernd oder selbstbewusst, um die Nase blass oder vom pulsierenden Blut errötet, verschwanden sie durch den Haupteingang im Inneren der Schule. Hinter der Glastür wartete die Zukunft auf sie. Doch noch war sie ungewiss. 

Mein Herz ging mit ihnen. Obwohl ich nur eine Randfigur dieser Szene war. Eine Mutter im parkenden Wagen mit geöffnetem Fenster. Die Musik leise gedreht. Insgeheim ein paar Satzfetzen der Vorbeigehenden einfangend. Eine Wartende. Eine einsame Beobachterin. 

 

Das Abitur ist wie eine Fußballweltmeisterschaft. Jeder hofft und bangt mit seiner Mannschaft. Es ist ein Trainieren und Fiebern. Und es ist eine Zeit der ganz großen Emotionen. Eine Wundertüte. Da ist alles drin. Grenzerfahrungen, Tränen, Hoffnung, Bangen, Erschöpfung, Durchhaltevermögen, Freude, überschäumendes Glück.

 

An diesem Morgen war die Vorbereitungszeit längst Vergangenheit. Die Spiele waren gelaufen. Nur das Ergebnis zählte noch. Und während meine Tochter mit den anderen hinter der Glastür verschwand, brach sich meine Aufregung Bahn. Tränen rollten. Still und gleichmäßig. Wie die anderen Autos, die sich nach und nach in die Reihe stellten und aus denen Abiturienten tröpfelten. In diesem Moment zog ein ganzes Kinderleben an mir vorbei. Nun, da mich die Gefühle krass bestürmten, erschien mir sogar die Geburt vergleichsweise einfach.

 

Meine Emotionen legten sich übereinander wie sämtliche Butterbrotpapiere aller jemals von mir zubereiteten Frühstücksmahlzeiten. Solche für den ersten Wandertag ebenso wie solche für die erste Abi-Prüfung. Das Papier, in dem wütend aufeinander geklatschte Schwarzbrotscheiben verschwunden waren, legte sich über jenes, das liebevoll in Herzform ausgestochene Kuchenstücke beherbergt hatte. Der Tag, an dem. Der Tag, an dem. Der Tag, an dem. Manche Tage fehlten. Verschwunden in der Gleichförmigkeit. Morgens, mittags, abends. Aufstehen, gerade noch den Schulbus erreichen, Essen vorbereiten, den Beruf in die Zeit ohne Kind stopfen, das Kind abholen, vorlesen, Gutenachtküsschen. Dazwischen die Tage, die unvergessen bleiben. Sie alle hatten sich über die Jahre hinweg unbemerkt in mir zu dieser Lava formiert, die nun herausbrach.

 

 

Ich hatte keine Taschentücher im Handschuhfach. ... zum Weiterlesen PDF-Download klicken ....

 

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Lebensgeräusch

 

von Anke Weber

 

Versonnen streicht sie mit der Hand über das weiche Leder. Am Verschluss, dort wo ihre warme Hand häufig liegt, ist das Material viel dunkler. Gebrauchsspuren, die sich schon in zweiter Generation in das Leder schreiben. Sie weiß, dass die Tasche aus Venedig stammt. Gekauft auf der Hochzeitsreise ihrer Eltern. Klick, klick, klick. Eine Serie von imaginären Polaroid-Fotos entsteht vor ihren Augen. Wie ihre Mutter die schöne Form bewundert und zaghaft das weiche Leder befühlt. Bedauernd wieder loslässt. Bescheiden, dennoch etwas traurig. Wie ihr Vater lächelt und die Tasche kauft.

 

Klick. Sie sieht sich selbst. Als kleines Mädchen, das heimlich in der Tasche kramt. Das Lippenstifte aufdreht und sich damit über den Mund schmiert. Sich die Tasche in die Armbeuge hängt und vor dem Spiegel stolziert. Ihre Mutter hat nie etwas gesagt. Manchmal still geseufzt und die Dinge wieder geordnet. Das kleine Adressbuch in die Seitentasche. Den Kugelschreiber in die Lasche mit dem schwarzen Tintenklecks.

 

Heute steckt ihr eigener Kugelschreiber in der Lasche. Direkt neben der Metall-Öse. Sie weiß nicht, welche Funktion die früher hatte. Sie hat daran ein Schlüsselband befestigt, an dessen Ende ihr USB-Stick hängt. Das Innenfutter ist schon etwas eingerissen. Besonders da, wo ein Reißverschluss die Innentasche verschließt. Sie hat eine Näherin gefragt. „Lohnt sich nicht“, hat die gesagt und den Kopf geschüttelt.

 

 

Ihre Tochter kommt ins Zimmer. Verschmitztes Grinsen, verziert mit Tupfern anrührender Frechheit. Nimmt sich die Tasche vom Tisch. Knautscht das Leder unter den Arm. Geht in den Flur. Stolziert vor dem Spiegel. Kleine Finger drücken dort, wo das Leder schon ganz dunkel ist, den Verschluss. Schieben ihn auf. Zu. Auf. Zu. Klick. 

 

Uni-Sex

von Anke Weber

 

Alex hat sich alle Haare abrasiert. Überall. Die Mutter hat schockiert ausgesehen. Auch wegen des neuen Outfits. Schottenrock.

 

An der Uni haben sie auch komisch geguckt. Zuerst. Besonders als Alex und Alex plötzlich ein Paar waren. Als sie sich das erste Mal begegnet sind, haben sie beide gelacht. „Darf ich vorstellen?“, hatte Vincent gesagt und zuerst auf Alex gezeigt. „Das ist Alex.“ Dann hatte er sich zur anderen Seite gedreht und Alex angesehen. Das war der Moment, als Alex und Vincent schon lachten und Alex noch gar nichts kapierte. „Ja, und das ist auch Alex“, meinte Vincent und dann sagte er nichts mehr. 

 

In diesem Augenblick war mit der Liebe schon alles klar. Alex und Alex. Alex ohne Haare und mit Lachfältchen bis zur Schmelzgrenze. Und Alex mit Lockenmähne, so goldrauschend wie Honigsonne. Alex mit Schottenrock. Und Alex mit Glockenrock. Alles unisex. Das erste Mal hat sie ihn an der Uni geküsst. – Auch irgendwie Uni-Sex.